Auch elektrolytisches Polieren, anodisches Polieren genannt; Verfahren zur Einebnung der Unebenheiten von Metalloberflächen durch anodische Behandlung in einem für die Behand- lung geeigneten Elektrolyten. Wenn sich die Einebnung im Bereich der Mikrorauigkeiten unterhalb 0,4 µm vollzieht (der kleinsten Lichtwellenlänge), ist hiermit die Voraussetzung zur Erzielung des → Glanzes gegeben. Erfolgt die Behandlung hauptsächlich in der Größenordnung von Mikrometern, so ist hiermit die Glättung der Oberfläche, weniger Glanzbildung verbunden. Die beiden Vorgänge gehen ineinander über. In manchen Fällen ist das Ziel dieser Behandlung lediglich das Entgraten von Werkstücken. Da der Vorgang des elektrolytischen Glänzens grundsätzlich anders als das mechanische Polieren und auch die erhaltene Oberflächenstruktur unterschiedlich ist (kein gestörtes Kristallgefüge), sollte der Ausdruck „Polieren“ dem mechanischen Verfahren vorbehalten bleiben. Obwohl für fast alle technisch verwendeten Metalle Verfahren zum elektrolytischen Glänzen entwickelt wurden, wird es in der Praxis hauptsächlich bei Aluminium, Kohlenstoff– und nicht rostendem Stahl sowie Kupfer und Kupferlegierungen benutzt. Die Kathode besteht aus einem im Elektrolyten unlöslichen Metall; für die verschiedenen Verfahren finden solche aus Blei, Edelstahl, Kupfer oder Graphit Anwendung. Das anodisch gelöste Metall wird im Allgemeinen nicht wieder an der Kathode abgeschieden, sondern durch Schlammbildung ausgefällt. Da der Elektrolyt sich deshalb ständig mit Metallschlamm anreichert, muss er durch Zugabe von frischem Elektrolyt regeneriert werden. Sofern die Verschleppungsverluste geringer sind als die zuzugebende Menge an frischem Elektrolyt, muss vorher entsprechend viel verbrauchter Elektrolyt entnommen werden. Die Elektrolyte zur Behandlung der verschiedenen Metalle sind unterschiedlich, sie bestehen meist aus Gemischen von starken Säuren. In der Literatur sind die Zusammensetzungen aufgeführt.