Passiv, Passivieren, Passivität
- Als passiv bezeichnet man ein Element oder im Falle der Metalloberflächenveredlung die Oberfläche eines Metalls, die nur eine sehr geringe oder gar keine Reaktionsneigung zeigt.
- Der Begriff Passivieren bezeichnet die Bildung einer nichtleitenden oder halbleitenden Schicht auf der Werkstückoberfläche. Durch Passivieren wird die Beständigkeit eines Metalls erhöht bzw. die Auflösegeschwindigkeit des Metalls in korrosiven Medien stark eingeschränkt, obgleich thermodynamisch die Möglichkeit zur Korrosion besteht. Das Passivieren ist elektrochemisch mit einer Potenzialveredelung verknüpft.
- Die Passivität wird im Allgemeinen durch Oxidation oder anodische Vorgänge begünstigt bzw. durch Reduktion oder kathodische Vorgänge aufgehoben. Dieser Zustand kann z. B. bei Eisen durch Tauchen in konzentrierter Salpetersäure erzielt werden und ist dann reversibel. Die Passivität beruht auf der Ausbildung einer dichten, Porenfreien Oxidschicht auf der Metalloberfläche. Das → Chromatieren oder → Phosphatieren führt nicht zum Passivieren im obigen Sinne; dabei handelt es sich um eine
so genannte „Salzpassivität“. Die neueren chromatfreien Schichten werden zur Unterscheidung als Passivschichten bzw. das Verfahren als Passivieren bezeichnet.
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