Filigran- oder Filiformkorrosion ist eine fadenförmige EntHaftung durch Gefügedeformation im oberflächennahen Bereich zwischen dem Fadenkopf als Anode und dem Fadenrumpf als Kathode. Der Kopf eines „Fadens“ weist eine halbrunde Vorderfront auf und ist gegenüber dem nachfolgenden trockenen, aus Korrosionsprodukten bestehenden Teil durch eine Reaktionszone in ausgeprägter V-Form abgegrenzt.
Verantwortlich für diese Korrosionsart sind Überzüge, die an vereinzelten punktförmigen Stellen Fehler aufweisen, an denen Salze und Feuchtigkeit zum Trägermetall vordringen können.
Ist das Trägermetall Stahl, so muss die V-förmige Grenze als membranartige Reaktionszone betrachtet werden, an der Eisenionen mit der Oxidationsstufe zwei zur Oxidationsstufe drei oxidiert und als rasch trocknendes Hydroxid ausgefällt werden. Der Sauerstoff wird dann über die trockenen porösen Korrosionsprodukte bis zur Reaktionszone geleitet. Im Kopf des Fadens befindet sich der Elektrolyt, der an der dort befindlichen Metalloberfläche schwache Korrosion verursacht. Hier liegt daher der eigentliche Ort des Angriffs.
Diese Art der Korrosion kann sich häufig an Aluminiumwerkstoffen unter organischen Überzügen sowie unter anodisch erzeugten Oxidschichten entwickeln. Gelegentlich tritt sie an Bauteilen mit organischen Beschichtungen (Flugzeuge) sowie an anodisierten Bauteilen (Fassadenelemente) auf.