Weißsieden, Weißsud-Verfahren

Unter dieser Bezeichnung werden verschiedene Verfahren verstanden.

  1. Beizverfahren zur Entfernung dunkel- bis schwarzbrauner Verfärbungen aus Kupfer(II)oxid von kupferlegiertem Silber. Hierbei werden die Silbergegenstände nach Glühen bei 600 °C oder Behandlung in einer oxidierend wirkenden Vorbeize (2 bis 3 s in kalter 44%iger Salpetersäure) etwa 15 min in kochender, etwa 2 bis 10volumenprozentiger Schwefelsäure behandelt. Mitunter kocht man auch 10 bis 20 min in 3%iger Kaliumhydrogentartrat-(Weinstein-) Lösung ab, auch mit Zusatz von 5 bis 6 % Natriumchlorid.
  2. Man bezeichnet hiermit Sudversilberungsverfahren für Kupfer und Messing, bei denen mit langer Behandlungs-dauer gearbeitet wird. Hierzu bereitet man aus 25 g Silbernitrat, das mit Salzsäure als Silberchlorid gefällt wird, sowie 1250 g pulverisiertem Weinstein, 1250 g Natriumchlorid und Wasser einen Teig und bereitet zum Gebrauch hiervon eine Lösung von 5 g/L Teig, die man zum Sieden erhitzt. In diese kochende Lösung trägt man die zu versilbernden Teile in einem geeigneten Sieb unter ständiger Bewegung ein und lässt sie so lange darin, bis der gewünschte Silberüberzug erzielt ist. Vor jeder neuen Beschichtung ist neuer Teig zuzugeben. Heute werden schnell arbeitende Verfahren zur stromlosen Versilberung benutzt.
  3. Hierunter wird auch die Kontaktverzinnung (Sudverzinnung) von Stahl (DIN 50902) bzw. Kupfer und Messing mit Zink als Kontaktmetall verstanden.