Sendzimir-Verfahren

Heute nur noch in modifizierter und weiterentwickelter Form angewandtes Verfahren für die kontinuierliche Feuerverzinkung von Bandstahl, das 1931 in Europa entwickelt wurde. Der grundsätzliche Unterschied gegenüber allen anderen Verfahren besteht darin, dass weder Beiz- noch Flussmittel zur Vorbereitung der Oberfläche benutzt werden. Durch Erwärmen in einer feuchten, oxidierenden Atmosphäre (rund 450 °C) wird das Band zunächst von anhaftenden Ölen und Fetten befreit, anschließend in einer reduzierenden Zone (gekracktes Ammoniak) bei rund 980 °C weich geglüht und gelangt dann nach Abkühlung (auf rund 550 °C) ohne weitere Berührung mit der Luft direkt in das Zinkschmelzbad (→ Feuerverzinkung), so dass vor dem Eintauchen keine Luft an das Band herankommt. Im Bad lenkt eine Rolle das Band s. o. zum senkrechten Abzug um. Das Zinkbad mit seiner Temperatur von etwa 450 °C wird also vom Band mit beheizt. Im senkrechten Zug kühlt es soweit ab, dass es, erneut auf waagerechten Zug abgelenkt, anschließend wieder aufgehaspelt werden kann. Aus diesen Rollen verzinkten Breitbands können nach Bedarf auf der Schere Bleche geschnitten oder auf der Rollen-Längsschere schmalere Bänder hergestellt werden, das sog. Spaltband. Infolge der Verzinkung ohne Flussmittel und aus der Wärme bildet sich ein Überzug von großer Reinheit ohne Hartzink-Zwischenschicht aus. Die Verarbeitbarkeit solcher Bleche ist hervorragend und hat dazu geführt, dass viele Werkstücke gleich aus sendzimirverzinktem Blech hergestellt werden, anstelle der Fertigung aus Rohblech mit nachträglicher Verzinkung.