Polierpasten

Hilfsstoffe zum Befetten der Poliermittelträger für das Polieren von Metallen und Kunststoffen. Polierpasten sind je nach der Arbeitsweise und dem zu Polierenden Werkstück verschieden zusammengesetzt. Sie enthalten Poliermittel und ein Bindemittel. Je nach Anteil an Bindemittel gibt es trockene (magere) und fette Pasten. Als Poliermittel dienen u. a. Tonerde (Aluminiumoxid), Polierrot (Eisen(III)oxid), → Wiener Kalk, Quarz (Siliciumdioxid, SiO2) und Chrom(III)oxid Cr2O3, als Bindemittel Stearinsäure, Wachse u. a. Eine Polierpaste kann beispielsweise nach der Vorschrift eines amerikanischen Automobilherstellers zusammengesetzt sein aus:

a) für Buntmetalle, Aluminium usw.: 50 % Quarz, 25 % Tripel (feinst), 20 % Stearinsäure (Schmelzpunkt mind. 58 °C) und 5 % Ceresin (Schmelzp. mind. 50 °C);

b) für Nickel: 75 % Wiener Kalk, 17 % Paraffin (Schmelzp. mind. 50 °C) und 8 % Stearinsäure (Schmelzp. mind. 58 °C);

c) für Chrom: 66 % Korund, 14 % Aloxide H (Aluminiumoxid-Schleifmittel Herst.: Carborundum Co. Niagara Falls, USA), 14 % Stearinsäure, 4 % Ceresin und 2 % Netzmittel;

d) für rostfreien Stahl: 67 % Korund, 18 % Stearinsäure (Schmelzp. mind. 58 °C), 13 % 180er Schmirgel und 2 % Netzmittel (Schleifpasten für Stahl u. a. → Schleifen).

Poliermittelrückstände auf der polierten Ware, insbesondere verharzte Fette, Stellen oft ein schwieriges Problem bei der nachfolgenden Entfettung vor dem Galvanisieren dar. Um dieser Schwierigkeit zu begegnen, wurden wasserlösliche Pasten entwickelt, bei denen die Bindemittel in eine in Wasser emulgierbare Form gebracht wurden (z. B. durch Zusatz von 3 bis 5 % Emulgator, auch 0,5 bis 2 % Triäthanolamin). Die mit diesen Pasten behandelten Werkstücke können bereits in warmem Wasser einwandfrei entfettet werden. Neben festen spielen heute die flüssigen Polierpasten (Polieremulsionen) eine erhebliche Rolle. Sie haben den Vorteil, einfach und schnell auf die rotierende Scheibe aufgebracht werden zu können. Außerdem lassen sich die Rückstände ähnlich wie bei den wasserlöslichen Pasten meist leichter entfernen. Ein Nachteil ist die größere Verschmutzung durch von der Scheibe geschleuderte Polierpastenreste. Außerdem verdicken manchmal die Polieremulsionen und verstopfen Düsen und Rohrleitungen.