Optimal eingebrannte Emails geben mit dem Trägermaterial Eisen einen echten Verbundwerkstoff. Das Email ist untrennbar mit der Eisenunterlage verbunden. Ein Unterrosten ist unmöglich. Email ist ein elektrischer Nichtleiter, es kann daher mit keinem Metall ein Galvanisches Element bilden, und demnach ist eine Korrosion aus diesem Grunde unmöglich. Damit unterscheidet sich Email von allen anderen Werkstoffen, die heute als Korrosionsschutz von Eisen eingesetzt werden wie Lacke, Kunststoffbeschichtungen und Galvanische Metallüberzüge. Voraussetzung für das Auftreten einer Haftung beim Grundemaillieren ist, dass auf der Blechoberfläche eine Mikroaufrauung entsteht, wie sie durch das Beizen allein nicht erreicht werden kann. Die Feinstruktur der Aufrauung bildet sich nur dann aus, wenn auf dem Blech durch Bildung kathodischer und anodischer Zonen Lokalelemente erzeugt werden, die einen unterschiedlichen Angriff des Emails während des Einbrennens auf die Blechoberfläche bewirken. Diese Lokalelemente entstehen durch Abscheidung von metallischem Cobalt oder Nickel aus dem Grundemail auf der Blechoberfläche,also von Metallen, die in der Spannungsreihe edler als das Eisen sind, wobei das flüssige Email als Elektrolyt wirksam wird. Das Abscheiden der beiden Metalle kann aber erst dann erfolgen, wenn das Grundemail entsprechend flüssig geworden ist, so dass die als Haftoxide vorliegenden Metalle die Möglichkeit haben, zur Blechoberfläche hin zu diffundieren. Dort werden die Oxide zu Metallen reduziert, die sich anschließend auf dem Blech niederschlagen. Die Diffusion zur Blechoberfläche erfordert eine gewisse Zeit. Die Geschwindigkeit ist von der Viskosität des Grundemails und der gewählten BrennTemperatur abhängig. Nur 15 bis 20 % der im Grundemail enthaltenen Metalloxide erreichen tatsächlich während des Grundbrandes die Blechoberfläche. Nicht alle Metalle, die edler als Eisen sind, können als Haftoxide eingesetzt werden. Nur wenn die Ionenradien der Metalle, die sich auf dem Blech abscheiden sollen, in der Größenordnung des Ionenradius des Eisens liegen, ist ein leichter Einbau des aufgelösten Eisens in die Glasmatrix möglich. Emails für Gusseisen bedürfen keiner Haftoxide, um eine brauchbare Haftung zu erreichen.