Email. Halbmondförmige Ausplatzung der Grund- und/oder der Deckemaillierung. Die typische Ausbildungsform ist keil- und halbmondförmig. Aus diesem Grund werden sie in manchen Ländern auch als Nagelrisse bezeichnet. Sie können vereinzelt, in der Regel aber stark massiert vorkommen, wobei auch dann die Fehlerausbreitung flächenmäßig begrenzt sein kann. Fischschuppen können unmittelbar nach der Emaillierung oder zeitlich verzögert auftreten. Fischschuppen an emaillierten Stahlblechen entstehen dadurch, dass sich an der Grenzschicht Stahl/Email oder innerhalb der Emailschicht ein Gasdruck aufbaut, der so hoch werden kann, dass die Haftfestigkeit des Emails auf dem Grundwerkstoff oder die Bruchfestigkeit der Emailschicht überschritten wird. Das Gas enthält überwiegend molekularen Wasserstoff. Dieser wird dadurch gebildet, dass beim Einbrennen des Emails unter anderem eine Reaktion des Grundwerkstoffs Stahl mit Wasserdampf abläuft. Dabei entsteht außer Eisenoxid atomarer Wasserstoff. Dieser Wasserstoff wird in statu nascendi teilweise vom Stahlblech aufgenommen. Stahl besitzt eine für jede Temperatur definierte maximale Löslichkeit für atomaren Wasserstoff. Bei fallender Temperatur nimmt sie ab. Das kubisch-flächenzentrierte Gammaeisen hat ein deutlich höheres Lösungsvermögen für Wasserstoff als das kubisch-raumzentrierte Alphaeisen. Um den Gleichgewichtszustand zu erhalten, diffundiert der in Überschuss gelöste Wasserstoff wieder an die Stahloberfläche. Beim Austritt aus dem Stahl rekombiniert der atomare Wasserstoff zu molekularem Wasserstoff. Dieser tritt normalerweise durch die Emailschicht aus, solange sich diese in schmelzflüssigem Zustand befindet und somit gasdurchlässig ist. Nach Erstarren der Emailschicht sammelt sich der weiter austretende Wasserstoff an der Phasengrenze Stahl/Email oder in der Emailschicht an. Dort verursacht er einen zunehmenden Gasdruck, der im Extremfall zur Bildung von Fischschuppenausspritzern führen kann. Das Auftreten von Fischschuppen wird von den Stahl- und Emaileigenschaften sowie von den Emaillierungsbedingungen beeinflusst. Das Zusammenwirken dieser Einflüsse ist sehr komplex.