Bei diesem erstmals bereits vor mehr als 40 Jahren entwickelten Verfahren wird der Lackrohstoff zuerst mit einem Amin wasserlöslich gemacht, wobei das Gesamtmolekül neutral (oder schwach alkalisch) reagiert. Unter dem Einfluss des elektrischen Gleichstroms wandert das positiv geladene Amin an die Kathode und die negativ geladenen Lackpartikel wandern an die Anode, wobei sie ihre Ladung verlieren und wieder in Wasser unlöslich werden. Durch das Aneinanderlagern vieler derartiger Lackpartikel bildet sich der zusam- menhängende Lackfilm. Zuerst werden die strombegünstigten Stellen mit der Lackschicht überzogen, später auch die weniger begünstigten Stellen (Vertiefungen), so dass eine sehr gleichmäßige Bedeckung die Folge ist. Das elektrophoretische Beschichten hat für die Herstellung von Lacküberzügen eine besondere Bedeutung erlangt, weil sich damit auf schwer zugänglichen Stellen Schichten gleichmäßiger Dicke abscheiden lassen und weil hierbei Wasser als Trägermedium verwendet werden kann. (Wegfall der Explosionsgefahr durch organische, brennbare Lösemittel).