Unter Einsatzhärten versteht man das Aufkohlen, Härten und Anlassen eines Werkstücks aus Stahl. Ziel des Einsatzhärtens ist ein weicher und zäher Kern bei gleichzeitig harter Oberfläche des Werkstoffs. Die Randschicht des Werkstücks wird in einem geeigneten Aufkohlungsmedium mit Kohlenstoff angereichert. Durch die Diffusion des Kohlenstoffs von der angereicherten Randschicht in den Kern stellt sich ein Kohlenstoffprofil (Randkohlenstoffgehalt) ein, das typischerweise einen mit zunehmendem Randabstand zum Kern hin abnehmenden Verlauf des Kohlenstoffgehaltes aufweist. Im Anschluss an die Aufkohlung wird das Härten und Anlassen durchgeführt. Hierdurch wird die Randhärte und Einsatzhärtungstiefe eingestellt.
Aufkohlen (Einsetzen, Zementieren)
Meist auf die Randzone beschränkte Anreicherung von Kohlenstoff durch Halten bei einer Temperatur oberhalb der Umwandlungspunkte Ac1 und Ac3. Je nach Art des verwendeten Aufkohlungsmittels spricht man von Gas-, Bad-, Pulver-, Pastenaufkohlen (bzw. -einsetzen, -zementieren).
Gleichzeitige Kohlenstoff- und Stickstoffanreicherung der Randzone (z. B. im Cyanbad) durch Halten der Temperatur über, gegebenenfalls auch unter dem Umwandlungspunkt Ac1 des Kernwerkstoffs.
Härten eines aufgekohlten Werkstücks gegen Ende des Aufkohlens, wobei die HärteTemperatur ggf. tiefer liegen kann als die AufkohlungsTemperatur, jedoch noch über Ar1 der Einsatzschicht.
Härten eines aufgekohlten, bis unter den Umwandlungspunkt Ar1 des Kernwerkstoffs abgekühlten Werkstückes von der HärteTemperatur der Einsatzschicht.
Härten eines aufgekohlten Werkstücks nach Abkühlung bis unter den Umwandlungspunkt Ar1 von der HärteTemperatur der Einsatzschicht.
Zweimaliges Härten des aufgekohlten Werkstücks, wobei die erste Härtung von der HärteTemperatur des Kernwerkstoffs, die zweite von der HärteTemperatur der Einsatzschicht vorgenommen wird.
Kernrückfeinen
Abschrecken des Werkstücks von einer Temperatur oberhalb des oberen Umwandlungspunkts Ac3 des Kernwerkstoffs auf eine Temperatur unterhalb des unteren Umwandlungspunkts
Ar1, um den bei der Aufkohlung grobkörnig gewordenen Kernwerkstoff zu verfeinern.
Glühen eines Werkstücks nach dem Aufkohlen oder nach dem Kernrückfeinen durch längeres Erhitzen auf eine Temperatur knapp unterhalb des unteren Umwandlungspunkts Ac1 mit nachfolgendem langsamem Abkühlen.