Zinkblumen (bei der Feuerverzinkung)

Die Oberflächen verzinkter Werkstücke weisen eine „Blumen“ oder „Flitter“ genannte, mehr oder weniger ausgeprägte Zinkkristallstruktur auf. Ihre Ausbildung kann nach Bedarf gelenkt werden. Neben der Badzusammensetzung haben die Verzinkungsdauer und –Temperatur einen großen Einfluss. Je höher die letzte ist, bei umso kürzeren Tauchzeiten ergeben sich optimaler Glanz und Größe der Zinkblumen. Unter sonst gleichen Voraussetzungen führt die Erhöhung der Badtemperatur zur Verkleinerung der Zinkblumen, bis sie bei 507 °C ganz verschwinden. Da es sich um eine Kristallausbildung handelt, übt die Abkühlungsgeschwindigkeit (demnach also die Wärmekapazität des verzinkten Werkstückes) einen großen Einfluss aus. Kühlt man langsam an der Luft ab, so wachsen große Blumen, bei Abschrecken in Wasser kleine, beim Aufsprühen von Wasser direkt nach dem Ziehen verschwinden sie ganz. Auch die Einwirkung von Flammen verhindert die Ausbildung von Zinkblumen, aber aus einem ganz anderen Grunde, weil nämlich bei dieser Behandlung die Abkühlungsgeschwindigkeit soweit verzögert wird, dass die oberste Schicht metallischen Zinks ganz in die Bildung von EisenZink-Legierung einbezogen wird (→ Galvannealing). Bei der kontinuierlichen Feuerverzinkung wird die Ausbildung der Zinkblumenstruktur grundsätzlich vorgegeben. In DIN 17162 sind die Oberflächenausführungen „übliche Zinkblume (N)“, „kleine Zinkblume (M)“ und „nachgewalzt (S)“ genormt. Die Legierung des Bads wirkt auf die Blumenbildung insofern ein, als ein Gehalt an Blei und in geringerem Umfang an Zinn und Antimon bei etwa 450 °C große, glänzende Kristalle hervorruft. Der Eisenuntergrund übt auch einen gewissen Einfluss aus, indem eine glatte Oberfläche große Zinkblumen, eine raue aber kleine begünstigt, wohl infolge der Vielzahl von Kristallisationskeimen. Eine ähnliche Wirkung bezüglich der Kristallausbildung geht auch von der Glühbehandlung aus. Silicium im Stahl reagiert schon ab mehr als 0,06 % ungünstig auf die Verzinkung und hat ab etwa 0,2 % zunehmend graue, matte Oberflächen im Gefolge. Auch höherer Kohlenstoffgehalt, Schlacken- und Eisenoxideinschlüsse sowie Beizwasserstoff beeinflussen die Qualität in ähnlicher Weise.