Glanzverchromen

Beim Glanzverchromen werden im Gegensatz zum → Hartverchromen dünne Chromschichten (0,3 bis 2,5 µm) in der Regel über Zwischenschichten aus (Kupfer und) Nickel auf Galvanischem Wege abgeschieden. Zum Glanzverchromen können grundsätzlich die gleichen Elektrolyte verwendet werden wie zum Hartverchromen. Da es beim Glanzverchromen weniger auf Härte der Niederschläge und eine gute → Stromausbeute ankommt, sondern auf einen möglichst weiten → Glanzbereich, verwendet man meist Elektrolyte mit etwa 400 g/L Chromsäureanhydrid CrO3 und 0,8 % Schwefelsäure oder der entsprechenden Menge eines Sulfats als → Fremdsäure. Es sind auch fluorhaltige Katalysatoren üblich, vor allem in Form → selbstregulierender Elektrolyte. Man arbeitet in der Regel bei einer Stromdichte von 10 A/dm2 und einer Elektrolyttemperatur von 38 bis 43 °C. Zur Abscheidung einer Chromschicht von 0,3 µm benötigt man unter diesen Bedingungen bei Verwendung von Schwefelsäure als Katalysator etwa 3 min.

Zunehmend kommen Chrom(VI)-Elektrolyte beim Glanzverchromen jedoch weniger zum Einsatz, da Chrom(VI)-Verbindungen als toxisch, krebserzeugend und umweltgefährdend eingestuft sind und strengen gesetzlichen Beschränkungen unterliegen. Insbesondere die europäische REACH-Verordnung hat dazu geführt, dass der Einsatz von Chromsäure elektrolytisch nur noch unter hohem Genehmigungs-, Überwachungs- und Kostenaufwand möglich ist. Als Alternativen werden daher verstärkt Chrom(III)-Elektrolyte eingesetzt, die eine deutlich geringere Gesundheits- und Umweltgefährdung aufweisen und in vielen Anwendungen vergleichbare dekorative Eigenschaften ermöglichen. Chrom(III)-Verfahren erfordern allerdings angepasste Prozessführungen, da sich Abscheidungsmechanismus, Schichtfarbe, Glanzcharakteristik und Badstabilität von klassischen Chrom(VI)-Elektrolyten unterscheiden können. In Spezialanwendungen, bei denen Chrom(III)-Schichten die optischen oder funktionellen Anforderungen nicht vollständig erfüllen, wird Chrom(VI) weiterhin eingesetzt, langfristig ist jedoch von einer weiteren Verdrängung zugunsten chromarmer oder chromfreier Beschichtungssysteme auszugehen.