Gestell

Gestell/Gehänge/früher auch „Horde“ genannt.

Einrichtung zum Aufstecken, Anklemmen, Aufhängen oder Anschrauben der Warenteile bzw. der Anoden in Galvanischen oder anderen Bädern, die oberflächenveredelt werden sollen. Mit dem Gestell soll eine mehr oder weniger große Anzahl Teile gleichzeitig ins Bad gebracht werden. Es gibt eine Unzahl verschiedener Gestellformen. Sie müssen so konstruiert sein, dass sie einen widerstandsarmen Kontakt sowohl mit der Warenstange als auch mit den aufgesteckten Teilen gewährleisten, so dass alle Stellen der Ware einen möglichst gleichmäßigen Metallüberzug erhalten. Für den Kontakt mit der Warenschiene ist Flach- oder Vierkantmaterial besser geeignet als Rundprofil. Durch eine Klemmfeder oder das Anziehen einer Schraube kann der Kontaktdruck erhöht werden. Bei automatischen Anlagen wird das Gestell mit der Tragstange verbunden, die pendelfrei und gut kontaktierend auf Gegenstücke am Badrand aufgesetzt wird. Die Gestelle bestehen aus Eisen, Kupfer oder Titan; die letztgenannten für Anoden und anodische Verfahren (Anodisieren von Aluminium). Die Gestelle müssen ausreichend dimensioniert sein, damit sie einen genügenden Stromfluss gewährleisten und keine Erwärmung eintritt. Eisen darf nur mit 0,5 A/mm2, Kupfer mit 2 A/mm2 belastet werden. Zur Verhinderung der Metallabscheidung am Gestell werden die nicht zur Stromübertragung dienenden Stellen mit einem Schutzüberzug (Polyvinylchlorid, Polyethylen, Gummi, Abdecklack, -wachs oder -band) versehen.