Eine trübe Flüssigkeit enthält immer Anteile von Feststoffteilchen. Trennt man die Flüssigkeit von den Feststoffteilchen, indem man das Gemisch auf einen „flüssigkeitsdurchlässigen Körper“, beispielsweise auf einen Papierfilter schüttet, so hält der Papierfilter die festen Stoffe mehr oder weniger zurück, während die Flüssigkeit den Papierfilter durchdringt.
Diesen Vorgang nennt man Filtration oder Filtrieren. Den Rückstand auf dem Filter, also den festen Stoff, bezeichnet man als Filterkuchen. Die Flüssigkeit, die nun mehr oder weniger feststofffrei ist, nennt man Filtrat. Der „flüssigkeitsdurchlässige Körper“ heißt Filtermittel.
In der Galvanotechnik verwendet man aufgrund der unterschiedlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften der Lösungen die verschiedensten Filtermittel, d. h. die Filtermittel müssen für die Filtration von aggressiven (sauren, alkalischen oder heißen) Lösungen geeignet sein. Filtermittel aus Papier (Scheibenfilter), Kunststofffasern (Kerzenfilter) oder aus anderen beständigen Materialien seien als Beispiele erwähnt.
Als Filterhilfsmittel bezeichnet man Gemische oder chemische Verbindungen, die die Bildung eines Filterkuchens ermöglichen.
Die gebräuchlichsten Filterhilfsmittel in der Galvanotechnik sind beispielsweise Cellulose, → Kieselgur oder → Aktivkohle. Sie werden der zu filtrierenden Lösung (in den häufigsten Fällen → Suspensionen) zugegeben und bilden während der Filtration auf dem Filtermittel eine zusätzliche „Hilfsschicht“ im Filterkuchen. Dadurch entstehen im Filterkuchen viele kleine Kapillaren, die klein genug sind, um Feststoffe zurückzuhalten, aber auch noch zahlreich vorhanden sind, um eine optimale Durchlässigkeit zu ermöglichen. Wird der Suspension, in der Regel vor der eigentlichen Filtration, ein solches Mittel zugegeben, spricht man von einer „Anschwemmfiltration“.