Elektrolytisches Senken

Abtragendes Bearbeitungsverfahren, das zum Bohren und Gravieren anwendbar ist. Man arbeitet hierbei mit formgebenden Elektroden. Am positiven bzw. negativen Pol einer Gleichstromquelle liegen Werkstück und Werkzeug als Elek- troden. Zwischen beiden besteht ein Abstand von etwa 0,5 bis 2 mm. Durch diesen Bearbeitungsspalt strömt eine wässrige Elektrolytlösung. Das Werkzeug führt unabhängig von der Bearbeitungsfläche eine Vorschubbewegung mit konstanter Geschwindigkeit aus, die etwa 0,5 bis 10 mm/min beträgt. Der Werkstoff löst sich an der Anode auf, wobei die Abtraggeschwindigkeit dem Elektrodenabstand etwa umgekehrt proportional ist. Für einen bestimmten Werkstoff ist die Abtragleistung außer von der Stromausbeute nur vom Strom abhängig. Da sich die Elektrolytlösung bei den angewandten Stromdichten von 50 bis 500 A/cm2 erwärmt, ist eine intensive Bewegung der Elektrolytlösung im Bearbeitungsspalt erforderlich. Die Lösung muss mit Drücken zwischen 5 und etwa 15 atü durch Schlitze oder Bohrungen im Werkzeug zugeführt werden. An keiner Stelle des Spaltes darf die SiedeTemperatur der Lösung erreicht werden. Die Stromdichte ist der Abtraggeschwindigkeit direkt proportional, es gibt also beim elektrochemischen Senken keine Unterteilung des Bearbeitungsvorganges in → Schruppen und → Schlichten. Die beste Oberfläche ergibt sich bei feinkörnigem Gefüge, wie es z. B. in gehärtetem Werkstoff vorliegt.