Zum Entrosten und → Entzundern von Stahl werden alkalische Elektrolyte benutzt. Sie bieten den Vorteil, das Grundmaterial nicht anzugreifen und bei anodischer Arbeitsweise keine Wasserstoffversprödung hervorzurufen. Außerdem können Rückstände entfernt werden, die nach dem chemischen Beizen auf der Grundmetalloberfläche zurückbleiben. Zur Entfernung leichten Rostes (Flugrost) wird kathodisch und zur Entfernung von Beizrückständen anodisch gearbeitet. Anstelle einer gleichbleibenden Polung kann mit demselben Effekt auch die Wechselpolung benutzt werden (10 s kathodisch und 5 s anodisch). In speziellen Fällen können auch andere, durch Versuche zu ermittelnde Schaltzeiten erforderlich sein. Bei leichtem Rost genügt eine Expositionszeit von einer Minute; stärkere Rost- oder Zunderschichten bedingen 10 bis 15 Minuten, gegebenenfalls auch mehr. Die Stromdichte beträgt für die Entrostung 7 bis 10, für die Entzunderung 10 bis 15 A/dm2.