Bei der Cyanidlaugerei (z. B. Goldgewinnung) wird das gemahlene Gestein in einem Luftmischer mit 0,1 bis 0,25%iger Kalium– oder Natriumcyanidlösung vermischt. Die Kaliumcyanidlösung besitzt dabei eine deutlich höhere Lösegeschwindigkeit als die Natriumcyanidlösung. Durch die Komplexierung mit dem Cyanid wird das Gold unedel. Die Elektrodenreaktion des Cyanidoauratkomplexes besitzt ein negatives Normalpotenzial
Au + 2 CN– ↔ [Au(CN)2]– + e– ; e0 = – 0,60 V
Damit ist es für den Sauerstoff aufgrund seines hohen Oxidationspotenzials kein Problem, das Gold zu oxidieren:
4 Au + 8 KCN + O2 + 2 H2O ↔ 4 K[Au(CN)2] + 4 KOH
Das gelöste Gold wird dann aus der Lauge, wie aus anderen Lösungen auch, mit Zinkstaub ausgefällt.