Manche Anwendungsgebiete von emaillierten Gegenständen erfordern eine bestimmte chemische Beständigkeit des Emails. Die Beanspruchung einer Prüfung soll in einem Kurzzeittest die Beurteilung erlauben, wie sich der Gegenstand über einen langen Zeitraum in der Praxis verhalten wird. Bei der Prüfung der Emaillierung mit Säuren ist grundsätzlich zu beachten, dass der erste Angriff der weitaus stärkste ist. Die Erklärung dafür ist die Tatsache, dass durch Säure (pH-Wert < 7) hauptsächlich Kationen (Alkalien, Erdalkalien) aus der Silikatoberfläche herausgelöst werden. Bei wiederholter Einwirkung von Säuren verarmt die Oberfläche des Emails an diesen Elementen; die Menge der eluierbaren Stoffe nimmt ab. Diese Überlegung ist besonders bei der Prüfung einer Emaillierung auf physiologisch bedenkliche Elemente wichtig, da nur eine (die erste) Prüfung kaum einen Aussagewert hat. Ganz anders verläuft der chemische Angriff auf Emails mit alkalischen Lösungen (pH-Wert > 7). Bei der Einwirkung von Alkalien auf das Email wird das Kieselsäuregerüst angegriffen und mit der Zeit oft bis zur vollständigen Auflösung zerstört. Deshalb kann man mit starken Alkalien, höherer Temperatur und eventuell unter Druck entemaillieren.