Veraltet: Karbonitrieren; Wärmebehandlung. Anreichern der Randschicht eines Werkstücks mit Kohlenstoff und Stickstoff durch thermochemische Behandlung. Nach dem Carbonitrieren wird meist abgeschreckt (→ Abschrecken), um Härte zu erzielen.
Die Stahlwerkstücke werden in Cyanidschmelzen bei 750 bis 900 °C eingesetzt. Dabei zersetzt sich das Cyanid unter der Wirkung des Luftsauerstoffs zu Stickstoff und Carbonmonoxid (Kohlenstoffmonoxid). Letzteres wandelt sich in reinen Kohlenstoff und Carbondioxid (Kohlenstoffdioxid) um. Die beiden Elemente diffundieren in die Stahloberfläche ein.
Einen vergleichbaren Effekt erreicht man durch das Gascarbonitrieren. Das bei 600 °C angewandte Reaktionsgas enthält NH3, H2, CO oder anstelle des Wasserstoffs Kohlenwasserstoffe.