Steinzeug, Steingut

Keramische, glasierte Werkstoffe, die bei vielen Oberflächenveredelungsverfahren eingesetzt wurden. Man gewinnt sie durch Brennen bestimmter Tonqualitäten, Sand-, Fluss- und Färbemitteln bei hoher Temperatur, wobei durch Reaktion zwischen Tonerde und Kieselsäure Erhärtung und Verfestigung eintritt. Steinzeug wird bei höheren Temperaturen gebrannt als Steingut und ist härter als dieses und nicht porös. Steinzeug ist nicht (höchstens an den Kanten) durchscheinend. Steinzeugbehälter wurden früher zum Beizen (außer für flusssäurehaltige Beizen) und in der Galvanotechnik für alle sauren und schwach alkalischen Elektrolyte verwendet. Lediglich stark alkalische Lösungen können die Glasur angreifen und langsam den Behälter zerstören. Nachteil der Steinzeug- und Steingutbehälter ist die Bruch– und Temperaturempfindlichkeit. Bei langsamem Erwärmen und Abkühlen der Lösungen können Steinzeugbehälter allerdings Temperaturen bis 120 °C ausgesetzt werden. Sie werden heute weitgehend durch Kunststoffgefäße ersetzt.