Schmelzen beim Emaillieren

Der durch intensives Mischen vorbereitete → Versatz wird zum Schmelzen dem Ofen zugeführt, der im Großbetrieb unter dem Mischraum angeordnet sein kann, um das Einfüllen zu erleichtern. Während früher Wannenöfen ähnlich den Glasschmelzöfen Verwendung fanden, bevorzugt man seit der Einführung der Gas bzw. Ölfeuerung Trommelöfen, in denen der Versatz infolge der Drehung des Ofens wesentlich schneller schmilzt und vor Verunreinigungen besser geschützt bleibt. Nur kleine Versätze für Laborversuche bleiben dem Tiegel vorbehalten. Das Schmelzen erfolgt, je nach der Natur des Emails, bei OfenTemperaturen zwischen 1000 und 1400 °C. Die Beschickung mit dem kalten Versatz lässt die Temperatur zurückgehen; sie steigt dann im Verlauf des Schmelzens wieder an. In den zuerst schmelzenden Stoffen, Borax, Soda, Salpeter usw. werden die schwerer schmelzbaren, wie Quarz und Feldspat, nach und nach gelöst. Die Austreibung von Kohlenstoffdioxid CO2, des Wasserdampfs und anderer Gase (Abbrand) lässt die zunächst hochviskose Masse brodeln, bis sich allmählich die Schmelze verflüssigt und beruhigt. Zur Prüfung des Zustandes wird von Zeit zu Zeit ein Eisenhaken eingetaucht und der damit herausgezogene Glasfaden auf Knoten besichtigt. Sind keine mehr vorhanden, so sind alle Komponenten des Versatzes geschmolzen, und die Charge kann abgelassen werden. Grundemails werden meist abgelassen, wenn sie noch leicht im Ofen gasen, da dann ihr Brennintervall größer bleibt. Auch bei Deckemails sollte ein Überschmelzen vermieden werden, da sonst Verluste der verdampfbaren Stoffe die Zusammensetzung zum Nachteil verändern und die Trübung, der Glanz oder die Säurebeständigkeit leiden können.