Härteprüfverfahren

Die bekanntesten Verfahren der statischen Härteprüfung für Stahl sind das Brinell-EN ISO 6506-1 (früher DIN 50351), Vickers-EN ISO 6507-1 (früher DIN 50133), Rockwell-EN ISO 6508-1 (früher DIN 50103) und Knoop-Härteprüfverfahren:

  • beim Brinell-Verfahren wird eine gehärtete Stahlkugel,
  • beim Vickers-Verfahren wird eine quadratische vierseitige Diamantpyramide mit einem Winkel von 136°,
  • beim Rockwell-Verfahren für harte Werkstoffe wird ein Diamantkegel mit 120° Kegelwinkel und für weiche Werkstoffe werden Stahlkugeln mit 1/4 bis 1/16 Zoll Durchmesser benutzt.
  • Beim Knoop-Härteprüfverfahren wird anstelle einer quadratischen eine rhombische Diamantpyramide benutzt; mit letzterem Verfahren kann der Härteverlauf genauer erfasst werden. Bei der dynamischen Härteprüfung trifft der Eindringkörper mit kinetischer Energie auf das Prüfstück. Man kann den bleibenden Eindruck auf dem Grundwerkstoff (Fallhärte- oder SchlagHärteprüfung) oder die Rücksprunghöhe messen.

Zur Prüfung metallischer und anderer Überzüge eignet sich besonders das Vickers-Mikrohärteprüfverfahren (nach Prof. Hanemann), bei dem geringe Prüfbelastungen (z. B. 20 oder 50 p; 1 p = 9,81 mN) zur Anwendung kommen, da bei größerer Prüfbelastung der Überzug in den Grundwerkstoff eingedrückt wird, was zu Verfälschungen des Ergebnisses führt.

Beim Email ist die Härte eine der wertvollen Eigenschaften, die diesen Überzug weit über die meisten anderen hinaus hebt. Der Begriff Härte versteht sich bei Gläsern und Emails im Allgemeinen als Ritzhärte; sie liegt für Emails auf der → Mohsschen Skala etwa zwischen 5 und 7, also zwischen Apatit und Quarz. An der unteren Grenze liegen leicht schmelzende Emails, also blei– und borsäurereiche, nach oben hin tendieren kieselsäure- und Tonerdereiche, schwer schmelzbare Typen, die man direkt als „harte“ Emails bezeichnet. Neben den üblichen Verfahren zur Prüfung der Ritzhärte stehen die unter → Abriebfestigkeit dargestellten Verschleißprüfverfahren.