Verfahren zur Prüfung der Verdichtungsgüte der Oxidschichtbildung bei der anodischen Oxidation von Aluminium im Anfärbeversuch: Bei dieser klassischen Methode wird die Probe zunächst 30 min in Salpetersäure und anschließend 15 min in eine Farbstofflösung, z. B. mit 10 g/L Aluminiumgrün GLW, getaucht. Die eventuell auftretende Grünfärbung gilt als Maß für die Durchlässigkeit und damit die Verdichtung der Oxidschicht – je weniger Farbstoff aufgenommen wird, desto dichter ist die Schichtoberfläche. Die ursprünglich als DIN 50946 veröffentlichte Richtlinie aus dem Jahr 1968 wurde zwischenzeitlich zurückgezogen und ist nicht mehr als aktuelle DIN-Norm in Kraft. Für die Qualitätsbeurteilung anodisch erzeugter Oxidschichten werden heute stattdessen internationale Normen herangezogen, etwa Verfahren zur Bestimmung der Schichtmasse bzw. Oberflächendichte nach ISO 2106 sowie andere, teils weiterentwickelte Prüfmethoden zur Schichtbeständigkeit und Schichtintegrität. Diese modernen Normen ersetzen weitgehend einfache Färbeversuche, indem sie reproduzierbare, quantifizierbare Kriterien für die Oxidschichtqualität festlegen und die Ergebnisse standardisiert bewertbar machen; der Anfärbeversuch kann weiterhin als einfaches, indikatives Verfahren in Labor und Produktion Anwendung finden, ist aber nicht mehr als eigenständige DIN-Norm geregelt.