Meist organischer Stoff, der dem Elektrolyten in Größenordnungen von 1 bis 10 mmol/L zugesetzt wird und die Kristallisation des Schichtmetalls so beeinflusst, dass eine glänzende Oberfläche entsteht.
In der Galvanotechnik werden Glanzzusätze den Elektrolyten zur Metallabscheidung zugegeben, um eine glänzende Niederschlagsbildung (→ Glanzbildung) zu erreichen. Dies hat eine große technische Bedeutung, weil heute in der Regel eine glänzende Metalloberfläche gewünscht wird. Die unmittelbare glänzende Abscheidung der Metalle bringt wesentliche Arbeitseinsparungen gegenüber dem früher ausschließlich üblichen mechanischen Polieren.
Die Glanzzusätze z. B. für Nickelelektrolyte werden in Zusätze erster und zweiter Klasse unterteilt. Die letztgenannten geben ausgesprochenen Hochglanz, oft schon in sehr geringer Konzentration. Die Glanzzusätze erster Klasse hingegen ergeben meist nur halbglänzende Niederschläge, sind aber unentbehrlich, weil sie den Elektrolyten unempfindlicher gegen den Glanzzusatz zweiter Klasse und Verunreinigungen machen. Am meisten finden Glanzzusätze in Nickelelektrolyten Anwendung. Neben metallischen Zusätzen (Zink, Cadmium, Thallium, Blei u. a.) werden organische Zusätze (Arylsulfonsäuren, Cumarin, Acetylenabkömmlinge, z. B. Butindiol, Pyridinverbindungen u. a.) benutzt. Für cyanidische Zinkelektrolyte werden Nicotinate, Epichlorhydrin, aromatische Aldehyde (Anisaldehyd, Vanillin, Benzaldehyd, Piperonal), Cyclohexanon, Amine, Gelatine, u. a. verwendet. Für Cadmium werden ähnliche Zusätze, vor allem Nickel, benutzt. Sauren Verkupferungselektrolyten werden Thioharnstoff, Amine, Triazinverbindungen und andere zugesetzt. Sehr wenig (10 mg/L) oder gar kein Chlorid ist eine wichtige Voraussetzung für die meisten sauren Glanz Kupferelektrolyte.
In cyanidischen Glanz Kupferelektrolyten finden Blei-, Lithium-, Selen-, Tellur– und andere Verbindungen sowie Acetylenderivate, Polyvinylalkohol, Betaine und andere Anwendung. Bei der Glanzversilberung wird mit Zusätzen von Selen, Tellur und Schwefelverbindungen wie Türkischrotöl, Rhodaniden, Xanthogenaten gearbeitet. Zur Glanzvergoldung werden Türkischrotöl, Arkrolein-Schwefelkohlenstoff-Kondensationsprodukte, Antimonverbindungen und andere verwendet. Auch Zinn kann glänzend abgeschieden werden, wozu mittels Oktylschwefelsäure dispergierter u. a. Holzteer, o-Toluidin, Ethanal und Imidazolin Verwendung finden.
Obwohl viele Beziehungen aufgedeckt werden konnten, ist es bis jetzt noch nicht möglich, von dem Aufbau organischer Glanzzusätze auf das Verhalten als Glanzzusatz im Elektrolyten zu schließen, also Glanzzusätze durch Einsatz für diesen Zweck speziell entwickelter, berechneter chemischer Verbindungen herzustellen.