Glanz

Eigenschaft der Oberflächen von Metallen, Gläsern, Anstrichen, Emaillierungen, Kunststoffen, Papieren und vielen anderen Werkstoffen.

Sie beruhen u. a. auf dem Reflexionsvermögen für Licht. Grob verallgemeinernd kann man sagen, dass der Glanz umso höher ist, je mehr Licht bei Bestrahlung eines Körpers mit parallelen Lichtstrahlen zurückgestrahlt wird. Unebene, raue Oberflächen weisen weniger Glanz bzw. Spiegelung auf, dafür aber mehr diffuse Reflexion. Neben der Reflexion spielt auch der Begriff Glanz als subjektiver Faktor eine Rolle, der schwer zu messen ist. Der optische Eindruck des Glanzes kann nicht eindeutig physikalisch definiert werden. Zur Glanz- (besser Reflexionsmessung) werden Photometer verwendet, in denen ein definierter Lichtstrahl unter bestimmtem Einfallswinkel auf die Prüfplatte gerichtet und die gebündelte reflektierte Lichtmenge mittels einer Photozelle gemessen und auf einem Mikroamperemeter angezeigt wird. Als Vergleichsplatten dienen für den oberen Bereich schwarze polierte Spiegelglasscheiben (Glanzwert 94), für den unteren Bereich Platten aus weißer Keramik (Glanzwert ca. 50).

Bei Metallen spielt der Glanz eine große Rolle, wenn sie zu dekorativen und funktionellen Zwecken verwendet werden. Man erzielt Glanz durch → Polieren auf mechanischem, elektrolytischem oder chemischem Wege. Bei der Galvanischen Metallabscheidung wird durch Zugabe von → Glanzzusätzen Glanz erzeugt. → Glanzbildung.

Beim Email ist neben Härte, Farbe und Beständigkeit der Glanz eine der schönsten Eigenschaften. Das Reflexionsvermögen, also der Glanz in Prozenten des eingestrahlten Lichtes, ist abhängig von der Glätte der Oberfläche. Sie hängt mit von der Wahl des → Versatzes ab, wobei Bleioxid, Kryolith und Titandioxid fördernd wirken. Da bei Emails die Oberfläche bei chemischer Beanspruchung aufgeraut und damit der Glanz vermindert wird, kann ein solcher Angriff durch die Messung des Glanzverlusts geprüft werden.

Glanz ist eine physiologische Größe und darf nicht mit der direkten Reflexion verwechselt werden. Bei der Bewertung des Glanzes geht also die persönliche Bewertung des Betrachters mit ein. Die Bestimmung des Glanzgrades durch direkte Reflexion ist ein Hilfsmittel zur Objektivierung der Bestimmung:

G = \frac{I - I_{D}}{I_{0}} \cdot 100 \%

G Glanzgrad
I direkt reflektierter Lichtstrom
ID diffus reflektierter Lichtstrom
I0 eingestrahlte Lichtintensität