Formieren

(lat.(franz.) bilden, gestalten)

  1. Formieren von Bleianoden bei der Galvanischen Verchromung erfolgt durch Einhängen unter Strom in den Verchromungselektrolyten oder in verdünnte Schwefelsäure. Hierdurch wird ein braunschwarzer Film von Bleidioxid gebildet. Der festhaftende Film leitet den Strom und schützt das Blei vor dem Angriff der Chromsäure. Die Bleidioxidschicht dient zur
    • Sicherung der laufenden Rückoxidation von kathodisch gebildetem Chrom(III) zu Chrom(VI) aufgrund einer hinreichend hohen Sauerstoffüberspannung
    • Sicherung der Sauerstoffabscheidung während der Verchromung
    • Sicherung des niedrigen Anodenwiderstandes
    • Einschränkung der Auflösung der Anoden
    • Beim Aluminium und bei anderen Metallen erfolgt die Formierung in einem Elektrolyten, der das Metall nicht löst. Hierdurch entstehen keine porösen Oxidschichten wie beim üblichen Anodisieren (Eloxieren), sondern dichte Formierschichten mit hohem elektrischem Widerstand. Deshalb werden die Schichten hauptsächlich bei der Herstellung von Elektrolytkondensatoren verwendet. Die Formierschicht kann auch (wegen ihrer geringen Schichtdicke aber nur bedingt) als alleinige Schicht zum Korrosionsschutz verwendet werden. Als Elektrolyt dient eine Lösung von 1 bis 100 g/L Borsäure, Zitronensäure oder eine andere organische Säure; man arbeitet bei 25 bis 100 °C und 1 bis 2 A/dm2 .
    • Bei Zinnanoden bildet sich eine Deckschicht durch hohen Strom.