Email

Nach → RAL (Reichsausschuss für Lieferungsbedingungen und Gütesicherung) 529 A 1940 ist Email eine durch → Schmelzen oder → Fritten (nicht zu Ende geführtes Schmelzen) entstandene, vorzugsweise glasig erstarrte Masse mit anorganischer, in der Hauptsache oxidischer Zusammensetzung, die in einer oder mehreren Schichten auf metallische Werkstücke aufgeschmolzen ist. Demnach werden die → Emailrohstoffe im Tiegel oder Ofen bei 1000 bis 1400 °C vorgeschmolzen, bis sie bei 1100 bis 1200 °C für → Grundemails und bei 1000 bis 1300 °C für → Deckemails nach einer bis drei Stunden glatt fließen. Die Schmelze wird dann in dünnem Strahl in Wasser gegossen oder mit Pressluft zerblasen, wodurch sie zu einer Art grobem Schlackensand erstarrt, der → Fritte. Diese wird nach Bedarf unter Zusatz von Wasser und anderen Stoffen, dem → Mühlenversatz, gemahlen, bis ein → Schlicker von der Feinheit und von der Konsistenz entsteht, die seinen Auftrag auf die Metallgrundlage und, nach dem Trocknen, das → Brennen des Emails im → Brennofen gestattet.

Die BrennTemperaturen, z. B. für Stahlblechemails, liegen für Grundemails normalerweise bei 850 bis 950 °C, für Deckemails 30 bis 40 °C darunter. Die Dicke der Emailschicht hat großen Einfluss auf die Bewährung des emaillierten Gegenstandes. Je dicker, desto besser der Widerstand gegen chemische Einflüsse; je dünner, desto besser die mechanischen Eigenschaften. Das Verhältnis der Emailschicht zur Blechdicke spielt eine Rolle.

Während früher bei farbigen Emails dickere Schichten aufgebracht werden mussten, um die Deckung in gleichmäßiger

Färbung sicherzustellen, braucht man seit der Entwicklung der → Titanemails hierfür nur noch dünne Schichten und kann rein weiß sogar ohne → Grundemail in → Einschichtemaillierung Auftragen. Eine Dicke von 0,5 mm wird auf etwa 0,2 mm reduziert. Dies gilt für Bekleidungen von Haushaltsgeräten. Küchengeschirre erhalten wegen der chemischen und Wärmebeanspruchung stets Grund und → Decke in einer Dicke von etwa 0,3 mm. Ähnliches gilt für Schilder in der Außenatmosphäre. Großgefäße aus Grobblech haben Emailschichtdicken von 0,8 mm und darüber. Gusseiserne Badewannen und Sanitärgeräte kommen auf 1 mm und mehr, das so genannte → Porzellanemail. Der Emailauftrag ist auch auf → elektrophoretischem oder → elektrostatischem Wege möglich. → Mattes Email, → Mattwerden des Emails.

Normen: DIN 51150 Beständigkeitsprüfung gegen kalte Zitronensäure; DIN 51151 dto. gegen kochende Zitronensäure; DIN 51156 dto. gegen 80 °C heiße Natronlauge; DIN 51157 dto. gegen kochende Salzsäure; DIN 51162 Haftfestigkeitsprüfung; DIN 51163 Hochspannungsprüfung; DIN 51166 Prüfung auf Abgabe giftiger Bestandteile. Chemische Beständigkeit: → Säurebeständigkeit, → Laugenbeständigkeit.