Bei bestimmter Temperatur ist Zeitstandfestigkeit die auf den Anfangsquerschnitt der Probe bei Raumtemperatur bezogene ruhende (statische) Beanspruchung, die nach Ablauf einer bestimmten Versuchszeit (Belastungszeit, z. B. 10 000 oder 100 000 h) einen Bruch der Probe hervorruft. Die Belastung führt zu einer langsam fortschreitenden Dehnung des Werkstoffes; diejenige höchste ruhende Beanspruchung, die eine Probe „unendlich lange“ ohne Bruch ertragen kann, wird Dauerstandfestigkeit genannt. Da die Dehnung, besonders bei niedrigen Temperaturen, meist nur sehr langsam fortschreitet, wird dieser Vorgang auch als „Kriechen“ bezeichnet (DIN 50119).