Auch Impulsgalvanisieren; Verfahren zur elektrolytischen Abscheidung von Metallen und Legierungen, bei dem anstelle von Gleichstrom mit Stromimpulsen kurzer Dauer und hoher Intensität gearbeitet wird.
Ein solcher Pulsstrom ist durch folgende Größen gekennzeichnet: Jp = Pulsstromdichte, Te = Ein-Zeit (Dauer der Stromimpulse), Ta = Aus-Zeit (Dauer der Strompausen), Jm = Mittlere Stromdichte, T = Te + Ta = Zyklusdauer, Td = Lastzyklus („duty-time“), f = 1/T = Pulsfrequenz.
Die Dauer der Ein- und Aus-Zeit liegt im Millisekundenbereich. Das Pulsgalvanisieren lässt sich auch mit einer → Stromumkehr verbinden. Zwischen der Pulsstromdichte Jp und der mittleren Stromdichte Jm besteht folgende Beziehung:
Die Pulsstromdichte ist stets ein Mehrfaches der mittleren Stromdichte. Während der Stromimpulse werden viel negativere Abscheidungspotenziale erreicht. In den Strompausen kann sich die kathodische Diffusionsschicht wieder erholen. Gegenüber der Gleichstromabscheidung ergeben sich folgende Unterschiede:
a) Die mit Pulse-Plating abgeschiedenen Niederschläge besitzen eine feinere Kornstruktur, eine glattere Oberflächenmorphologie und eine geringere Porosität.
b) Die Haftfestigkeit der mit Pulse-Plating abgeschiedenen Schichten auf dem Grundmetall ist meist höher.
c) Pulse-Plating ermöglicht die Abscheidung von Metallschichten auf schlechtleitenden Unterlagen, z. B. Halbleitern.
d) Bei der Abscheidung aus komplexen Lösungen, z. B. cyanidischen Bädern, wird die Mikrostreufähigkeit durch Pulse-Plating verbessert.
e) Der Einfluss auf die Makrostreufähigkeit ist nicht eindeutig und hängt vom Niederschlagsmetall und vom Badtyp ab.
f) Beim Galvanischen Verzinken von Stählen sind Wasserstoffaufnahme und damit die Gefahr einer Wasserstoffversprödung geringer.
g) Bei der elektrolytischen Abscheidung von Kupfer bzw. Nickel ist der Kantenaufbau erheblich geringer.
h) Eine Erhöhung der Abscheidungsgeschwindigkeit ist nicht möglich. Anwendungen des Pulsgalvanisierens sind vor allem im Edelmetallsektor bekannt geworden, wo die mit Pulsgalvanisieren erzielbaren Verbesserungen und Edelmetalleinsparungen die höheren Investitionskosten der Pulsgalvanisiergeräte aufwiegen.