Pließten, Pließtern

(Mundartliche) Bezeichnung aus der Herstellung von Schneidwaren mit Ursprung Solingen für das mechanische Vorpolieren an beleimten Schleifscheiben (Pließtscheiben), die von dem hierbei auftretenden Geräusch herrühren soll. Wegen der entstehenden Funkengarben heißt diese Behandlung auch „Feuern“. Man pließtet an Holzscheiben mit einem Durchmesser von 200 bis 600 mm und einer Breite von 20 bis 100 mm, die bis zu 100 mm dick mit Büffel- oder Walrossleder bezogen sind. Anstelle von Holzscheiben kann man auch Filzscheiben verwenden; Pappscheiben werden selten benutzt. Die Scheiben werden mit Schmirgel oder Korund beleimt. Man kann trocken Pließten oder Schleiffett aufgeben, um die Scheibe offen zu halten. Es wird mit immer feinerem Schleifkorn gearbeitet; dies bezeichnet man mit Grob-, Fein-, Klar-, Braun- und Blaupließten. Die Schnittgeschwindigkeit beträgt etwa 30 bis 50 m/s. Nach anderer Definition wird das Arbeiten an Lederringscheiben so genannt und nur im Solinger Raum zusätzlich auch das Arbeiten an selbst beleimten Scheiben.

Dünnflüssige Kompositionen, z. B. aus Öl und Schmirgel, werden in Breiform mittels eines Stückchen Holz oder Eisen der Scheibe „eingepließt“.