Osmose

Die 1748 von dem französ. Physiker Nollet entdeckte Erscheinung der Osmose (griech.: osmos = schieben, stoßen) beschreibt die Diffusion von Lösemittelmolekülen durch eine semipermeable (halbdurchlässige) Trennwand hindurch.

Diese semipermeable Trennwand, auch Membran oder Diaphragma genannt, trennt Lösungen mit unterschiedlichen Konzentrationen. Dabei können nur die Lösemittelmoleküle die Poren der Membran durchdringen. Der gelöste Stoff jedoch, dessen → Solvathülle ein größeres Volumen aufweist, wird zurückgehalten. Um die Konzentration auf beiden Seiten der Membran auszugleichen, diffundieren Lösemittelmoleküle, z. B. Wassermoleküle H2O, von der Lösung mit niedriger Konzentration zur Lösung mit höherer Konzentration.

Anschaulich spricht man auch von einem Verdünnungsbestreben der konzentrierteren Lösung. Der Wanderungsvorgang setzt sich so lange fort, bis jeweils gleich viele Lösemittelmoleküle nach beiden Seiten der Trennwand diffundie-ren. Befindet sich die höher konzentrierte Lösung in einem abgeschlossenen system, so baut sich durch das Hereindiffundieren des Lösemittels allmählich ein hydrostatischer Überdruck auf, der dem Verdünnungsbestreben oder Konzentrationsausgleich entgegenwirkt. Diesen Druck, der mit einer aufgesetzten Kapillare messbar ist, bezeichnet man als → osmotischen Druck.