Kratzen

Bezeichnet das Bürsten von Metalloberflächen mittels Drahtrundbürsten aus Stahl, Chrom-Nickelstahl, Messing oder Neusilber. Hierdurch werden Oxid- und Schmutzschichten entfernt und die Oberfläche geglättet. Man kratzt nass unter Zuhilfenahme von Kratzwasser, einer Abkochung von 20 g/L → Panamarinde oder → Seifenwurzel. Die Umdrehungsgeschwindigkeit beim Kratzen beträgt 1000 bis 1800 U/min, der Durchmesser der Kratzbürsten 80 bis 180 mm, die Drahtdicke 0,06 bis 0,2 mm, zum Entrosten sogar bis 0,8 mm. Früher wurden Silber- und Goldüberzüge „zwischengekratzt“, d. h. die Teile wurden nach Abscheidung eines Teiles des Niederschlags aus dem Elektrolyten herausgenommen, gekratzt und dann weiter galvanisiert, weil sonst die Galvanischen Überzüge zu rau wurden. Die neuzeitlichen Elektrolyte erfordern diese Behandlung nicht mehr. Das Kratzen dient daher heute praktisch ausschließlich zum Reinigen und auch zum Mattieren der Oberfläche. Allerdings bedient man sich zum Herstellen gleichmäßig matter Oberflächen einer bestimmten Art des Kratzens, des → Mattschlagens. Beim Kratzen von Hand verwendet man eine Handkratzbürste, die mit → Bimsmehl oder → Wiener Kalk versehen wird.