In der Galvanotechnik wird in der Regel die Abscheidung möglichst glatter Niederschläge gefordert, um Unebenheiten des Grundwerkstoffes auszugleichen. Dies erspart kostspielige mechanische Bearbeitung. Man erreicht dies durch einebnende Elektrolyte, die eine besonders gute Mikrostreufähigkeit zeigen. In Vertiefungen des Mikroprofils wird daher eine relativ dicke Metallschicht abgeschieden (echte Einebnung)
Ist die Einebnung nur durch die Form einer Kerbe bedingt, so handelt es sich um eine geometrische Einebnung (100%ige Mikrostreuung).
Bei der so genannten „negativen Einebnung“ handelt es sich um eine Rauheitszunahme (die Schicht in Vertiefungen ist dünner als an anderen Stellen des Mikroprofils).
Der Ausdruck „scheinbare Einebnung“ wird oft im Sinne der „geometrischen Einebnung“ benutzt, wenn infolge der „negativen Einebnung“ die Kanten der Vertiefung zusammengewachsen sind und so der Eindruck einer verringerten Rauheit entsteht. Darunter befindet sich dann allerdings eine mit Elektrolyt gefüllte Pore.
Bei der „mechanischen Einebnung“ geht es um die mechanische Entfernung von Erhebungen und Auffüllung von Vertiefungen des Mikroprofils z. B. durch Schleifen oder Polieren.
Einige saure Elektrolyte, insbesondere der zusatzhaltige schwefelsaure Kupferelektrolyt, zeigen eine besonders ausgeprägte einebnende Wirkung, im Gegensatz zu cyanidischen Elektrolyten, die eine „negative Einebnung“ bewirken, d. h. die Unebenheiten verstärken. Die Einebnung kann durch Zusätze bewirkt werden, die vor allem bei der → Vernickelung oder der → Verkupferung angewandt werden, oder durch → Umpolen.